Warte kurz. Lukas 24

Shownotes

Im Mittelpunkt steht die Geschichte der Emmausjünger aus Lukas 24,13–35: Zwei Menschen sind nach Jesu Tod unterwegs, erzählen einem vermeintlich Fremden von ihren zerbrochenen Hoffnungen und erkennen ihn erst beim gemeinsamen Brotbrechen.

Clara und Judith sprechen darüber:
- Warum Erzählen mehr ist als die Weitergabe von Informationen – und wie darin Verarbeitung, Beziehung und Selbstvergewisserung liegen können.
- Was gemeinsames Gehen und aufmerksames Zuhören mit einem guten Gespräch zu tun haben.
- Warum Erkenntnis manchmal erst spät kommt, obwohl das Entscheidende längst da ist.
- Wie das Brotbrechen zum Moment des Wiedererkennens wird und die Jünger zurück nach Jerusalem führt.
- Was Auferstehung und Freiheit mit dem eigenen Leben zu tun haben können, ohne Trauer einfach zu überspringen.


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00:00:01: Clara, ich bin mir nicht so gut drauf.

00:00:07: Also keine Angst das wird jetzt hier kein Serienstrip dies aber es ist irgendwie so ein Tag wo ich das Gefühl habe eine halbe Kapazität weil mich Sachen irgendwelche Sachen von denen ich noch nicht mal sagen kann was es ist, irgendwie beschäftigen und mehr Energie abziehen und so bin ich irgendwie bisschen darauf.

00:00:24: und Was hilft würde die Bibel sagen?

00:00:29: Und was natürlich vielleicht einem Menschen hilft, der schon sehr tief in biblische Geschichten getaucht ist.

00:00:35: So wie du?

00:00:36: Ja da würde ich mal eine Bibelgeschichte vorschlagen

00:00:39: oder einfach ein Walk!

00:00:41: Ein schlicht untergreifender Walk raus in die Natur, also ich meine das ist ja auch eine Binsenweisheit.

00:00:47: Dass man nicht so sehr innerlich um sich selber kreist sondern wenn man irgendwie nicht weiter weiß erstmal läuft und am besten mit einer Freundin zusammen.

00:00:56: und vielleicht ist es jetzt mein Way out aus der Kapazitätslosigkeit dass ich mit dir hier einen nice Walk durch den Bibeltext reden können.

00:01:09: Wir reden

00:01:09: heute über Lukas, Vierundzwanzig, Dreizehn bis Fünfundreißig.

00:01:13: Das sagt ja niemandem was?

00:01:14: Was ist das für eine Geschichte?

00:01:17: Da fängt es schon an mit der Ostergeschichte quasi also Jesuses Auferstanden und wir befinden uns hier an einer Stelle wo die Frauen eben gesehen haben dass Grabs leer denen sind Engel begegnet Und die Jünger glauben das.

00:01:31: irgendwie können keine Ahnung.

00:01:33: Und dann gehen zwei Jünger auf den Weg nach Emmaus, das ist ein Dorf.

00:01:38: Genau und möglicherweise ist natürlich kein guter Vergleich.

00:01:41: ich habe einfach einen schlechten Tag heute bei denen es halt Jesus gestorben.

00:01:46: aber vielleicht ist doch ein bisschen vergleichbar weil sie nicht weiter wissen an dem Ort wo Sie waren.

00:01:52: also der ist beerdigt er ist nicht mehr da.

00:01:55: wahrscheinlich sind sie traurig ganz sicher sind sie Traurig und sie haben sich verabredet loszugehen nach Emma aus wherever Emma aus ist kleiner Spoiler, sie kommen da auch nie an.

00:02:04: Also um Emmaus geht es in der Geschichte gar nicht, obwohl die Geschichte die Emma aus Jünger heißt.

00:02:08: das ist nur das Ziel was aber nie erreicht wird und Sie machen sich also auf den Weg irgendwo hin in der Hoffnung dass sie da irgendwas finden oder vielleicht auch gerade gar nicht sondern einfach nur dieses komische Gefühl los werden.

00:02:21: Was sollen wir denn jetzt machen?

00:02:22: Der Jesus ist gestorben alle unsere hoffnungen und Träume und Wünsche sind zerplatzt die wir mit ihm hatten.

00:02:31: Irgendwie können wir da nicht weiter mit den normalen Sachen.

00:02:34: laufen hilft.

00:02:36: Laufen hilft.

00:02:37: und ich würde jetzt mal die Geschichte zusammenfassen, also es ist eine Walking-Story.

00:02:43: Ich mag das gerne... Also ich mag das in dieser Geschichte weil sie sind hier an verschiedenen Orten und das finde ich immer gut.

00:02:49: Also am selben Tag wo eben die Frauen das leere Grab vorgefunden haben machen sich diese zwei Jünger auf den Weg zum Dorf Emmaus und die sind so bla bla bla und erzählen sich halt, was alles so passiert ist.

00:03:06: Also es ist in diesem Sinne kein Bla bla bla sondern wirklich etwas das sie tief bewegt denn Jesus

00:03:12: wurde

00:03:13: zum Tode verurteilt und gekreuzigt.

00:03:16: Die trauern das hast du eben schon erzählt Und die machen sich immer auf diesen langen Weg und dann stößt irgendwann eine andere Person zu ihnen dazu ein Wanderer oder wer auch immer?

00:03:27: Ja ja wir wissen ja schon dass es jesus ist

00:03:29: Genau, aber sie natürlich nicht.

00:03:31: Nein!

00:03:32: Aber wir wissen das schon.

00:03:33: Es steht ja in der Geschichte.

00:03:34: Genau Jesus kommt und die anderen wissen das nicht.

00:03:36: Die denken, dass es halt ein Wanderer oder so ... Und er fragt Sie?

00:03:40: Die denken gar nicht.

00:03:42: Okay, die denken sogar gar

00:03:43: nicht... Die machen einfach, die nehmen ihm so wie er kommt.

00:03:46: Das ist ein gutes Opfer dafür sich die Story anzuhören, die sie so beschäftigt.

00:03:51: Und er fragt, worüber unterhaltet ihr euch auf eurem Weg?

00:03:56: Dann steht in der Bibel Und es war, als würde Ihnen jemand die Augen zuhalten.

00:04:01: Also wir wissen, ist es Jesus?

00:04:03: Die beiden Jünger wissen es nicht!

00:04:05: Das ist eigentlich schon ein interessanter Moment weil deutlich wird also es gibt hier sowas wie eine Versetzung.

00:04:11: Jesus ist längst auferstanden und läuft auch rum und ansprechbar und Sie sprechen mit ihm aber Sie erkennen ihn gar nicht in dem Moment, weil sie offensichtlich emotional noch nicht so weit sind.

00:04:23: Also, ich mein, das hat man zwischen Menschen ja auch.

00:04:26: Ich kann ganz lange mit jemandem zusammengehen und dann gibt es erst einen Moment wo der sich auf eine Weise offenbart, wo ich denke also jetzt habe ich zum ersten Mal das Gefühl, ich hab dich irgendwie gesehen indem du so bist.

00:04:40: Ah, das kenn' ich!

00:04:40: Was du da beschreibst?

00:04:42: Ja.

00:04:43: Okay.

00:04:45: Ihnen werden die Augen gehalten und sie sind völlig mit sich selber beschäftigt.

00:04:51: Die sind völlig mit sich selber beschäftigt, aber nicht so doll, dass sie keine andere Person aufnehmen können.

00:04:56: Also der kann ... Mit denen laufen?

00:04:59: Ah ja, wobei ich wie gesagt das hab' ich auch schon oft erlebt, dass Leute was erlebt haben oder ich selber auch und es mir ganz egal wer für die Linse kommt.

00:05:06: Derjenige der jetzt dann da ist, der muss sich das anhören, die ganze Geschichte.

00:05:11: Manchmal ist das so nach Sitzung, die ich abends hatte wenn ich nicht runterkommen kann irgendwelche kirchenpolitischen Sitzungen Und dann komme ich nach Hause und mein Mann hat die Kinder ins Bett gebracht.

00:05:22: Ich bin in dem Modus, eher in dem.

00:05:24: Und ich sitze mich auf der Bettkante und sabele ihn einfach voll mit

00:05:27: allem,

00:05:29: was mich da beschäftigt hat ... Dann sagt er, du hast jetzt genau drei Minuten!

00:05:35: Dann müssen wir auch hören, darüber zu reden.

00:05:37: Also so vielleicht ist das ein Zustand.

00:05:39: Die sind so in ihrem, dass irgendein ganz egales Wetter kommt.

00:05:42: Besser umso besser.

00:05:43: Da ist ein Gegenüber, mit dem kann man es besprechen und dem erzählen.

00:05:47: Also der kann das empfangen, ja das kennt man ja auch.

00:05:49: Dass man abends Leuten noch was erzählen muss und heutzutage würde ich sagen gibt es sehr viele junge Menschen die dann halt einfach Memos an ihre Freunde schicken.

00:05:59: also das ist dann halt noch nicht mal ein richtiges Gespräch oder ein richtigiges gegenüber aber Es gibt das einfach.

00:06:04: Menschen müssen sich ausdrücken und erzählen, was sie erlebt haben.

00:06:07: Ja, so

00:06:07: zwanzig Minuten gesprochen.

00:06:10: Da kann niemand sagen du hast drei Minuten!

00:06:13: So

00:06:13: oft dreifache Geschwindigkeit anhören.

00:06:16: Genau, das ist ein Next-Level, das stimmt ja.

00:06:21: So Jesus fragt die Was ist denn passiert?

00:06:23: Und einer von denen heißt Cleopas Von den Jüngern.

00:06:26: Den anderen Namen kenn ich nicht Der stand nicht in der Bibel Nee,

00:06:29: gibt's auch nicht.

00:06:30: Und dann sind die quasi Weiß nicht, ob die entsetzt sind.

00:06:33: Aber die sagen, du bist wohl der Einzige in Jerusalem, der nicht weiß was dort in den Tagen passiert ist?

00:06:41: Mir das ein bisschen Slapstick also für uns auch.

00:06:44: Weil natürlich weiß er ja selber ... Er ist ja selber der, der es am eigenen Leib erlebt hat.

00:06:48: Natürlich weiß er aber, dass sie erkennen ihn nur nicht.

00:06:51: und jetzt setzt Lukas noch einen oben drauf und sagt, die sind so doof, dass Sie sogar das noch zurückfragen!

00:06:59: Und die erklären ihm dann, was passiert ist.

00:07:01: Das mit Jesus aus Nazareth – es war ein großer Prophet!

00:07:04: Das hat er durch seine Wirken und seine Worte vor Gott und dem ganzen Volk gezeigt.

00:07:09: Unsere führenden Priester und die anderen Mitglieder des jüdischen Rates ließen ihn zum Tod verurteilen und kreuzigen.

00:07:16: Wir hatten doch gehofft dass er der erwartete Retter Israels isst und dann haben uns einige Frauen, die zu uns gehören in Aufregung versetzt.

00:07:23: sie waren frühmorgens am Grab aber sie konnten seinen Leichnam nicht finden.

00:07:29: Sie kamen zurück und berichteten, wir haben Engel gesehen.

00:07:32: Die haben uns gesagt, dass Jesus lebt.

00:07:35: Einige von den Jüngern dann ging auch zum Grab, fanden alles so vor wie die das beschrieben hatten ...

00:07:41: Also es ist so.

00:07:44: ein Moment gibt's auch wenn man wieder der selbe Moment also muss alles noch mal ganz detailliert nach erzählen.

00:07:51: Da hab ich schon oft bei Beerdigungen gehabt, dass gar nicht so sehr jetzt also bevor man über das Leben des Verstorbenen reden kann oder der Verstorbenden, muss erst mal die letzte... Also dass wie es mit dem Tod war und als er Notarzt gekommen ist.

00:08:04: Und bis ins Detail muss erzählt werden was dann passiert ist einfach so als müsste man sich im Aussprechen selber nochmal vergegenwärtigen was da eigentlich passiert ist damit man's selber auch glauben kann.

00:08:17: Also diese ganze Geschichte noch einmal in eigenen Worten zu formulieren und absurderweise eben dem der sie natürlich selber erlebt hat.

00:08:24: Es geht nicht um ein Informationsaustausch.

00:08:28: Stimmt, das ist einfach das Erzählen!

00:08:30: Ich kenne dann oft wenn man so einen Informationsfluss jemandem eng bisschen an die Stirn knallt.

00:08:36: du hast den Anfang vergessen ich weiß gar nicht wo und wie wir uns also worum es eigentlich geht

00:08:41: genau weil es nicht um eine Sache geht.

00:08:43: also es geht nicht darum dass man den Plot verstanden hat hinterher sondern im erzählen liegt irgendwie ne Verarbeitung liegt auch eine Beziehung liegt Auch Ne Selbstoffenbarung.

00:08:53: Wie sehe ich das eigentlich alles?

00:08:55: Und auch eine Selbstvergewisserung, bin ich in der richtigen Geschichte.

00:09:00: Das ist alles passiert.

00:09:03: Siehst du auch wie schlimm es für mich war.

00:09:06: Wenn man jetzt eine andere Situation als die nimmt ... Könnte es auch sein, dass glaubt einem ja keiner was da passiert ist Und das ist auch die Grundlage manchmal von Sachen, die sich dann verschleppen.

00:09:18: Ist dass eigentlich das Erlebte nochmal erzählt werden muss damit es richtig verarbeitet werden kann und damit dann in der Folge dieser Geschichte auch so was wie vielleicht eine Verwandlung eintreten kann sowas wie ein Auferstehungsmoment.

00:09:31: aber da kommen wir noch dazu.

00:09:33: Da kommen wir doch dazu.

00:09:35: jetzt antwortet nämlich erst mal Jesus.

00:09:38: warum seid er so begriffsstutzig?

00:09:41: Warum fällt es euch so schwer zu glauben, was die Frauen gesagt haben?

00:09:46: und musste der Christus das nicht alles erleiden um in die Herrlichkeit deines Reiches zu gelangen?

00:09:56: Ja verstehe ich auch noch nicht.

00:09:57: Christus ist der erste Feminist hier.

00:09:59: warum glaubt ihr eigentlich den Frauen nicht?

00:10:01: Die Frauen haben irgendwie gleich einen Zugang.

00:10:04: Das ist eine ganz andere Geschichte, die sind in einem ganz anderen Setting.

00:10:08: Bei denen passiert das alles in Grabesnähe noch, dass sie schneller oder anders sich dem öffnen können weil sie an einem anderen Punkt sind und die erzählen dann ihre Erfahrungen an die Jünger weiter.

00:10:20: und das ist wahrscheinlich der Moment den er vorhält, dass er sagt ihr habt ihnen gar nicht zugehört und ihr habt nicht geglaubt was die eigentlich auch schon richtig gesagt haben.

00:10:30: und übrigens ich hab's ja erlebt.

00:10:34: Warum erzählt ihr mir das eigentlich?

00:10:37: Ja, das taken die ja noch

00:10:38: nicht.

00:10:38: Also genau!

00:10:41: Man kann so eine Tonart raushören, die auch sagt... Ich kann nicht bis zum Schluss euch beweisen dass es so ist sondern es braucht eine Art von Öffnung für euch dafür und wiederes ist kein Informationsaustausch.

00:11:00: Ich habe das ja schon tausendmal gesagt.

00:11:03: Die Skanzelukas-Evangelium ist es immer wieder, was da passieren wird und wer der ist wie das mit Gott ist, wie es zu verstehen ist, was man machen muss usw.

00:11:11: Also er redet sich ja mondfussig und jetzt auch wieder – und das wird in so einer kurzen Stelle wieder angedeutet!

00:11:20: Ja und dann geht's nämlich weiter mit der Heiligen Schrift.

00:11:23: Jesus erklärt den dann nämlich erst nochmal was da drin steht Was da über Jesus gesagt wird in der Heiligen Schrift und beginnt bei Moses, erklärt bis hin zu allen Propheten.

00:11:36: Genau!

00:11:38: Das ist auch eine Spezialität von Lukas, dass eben immer wieder versucht wird der Zusammenhang herzustellen zwischen dem was schon immer da war also die Auslegung des Auslegen der Texte und jetzt eben auf Christus hin.

00:11:54: Also sozusagen ich bin wirklich der der da erwartet wird, der da verhandelt wird.

00:11:59: Der da gesucht wird – der bin ich an dieser Stelle und jetzt wieder aus dieser Position heraus nachdem er tot ist für die Jünger.

00:12:11: Brauchen Sie offensichtlich wieder ihn um das zu verstehen diesen Zusammenhang?

00:12:16: Ja!

00:12:18: Und dann kommen sie einem Dorf an.

00:12:22: oder kurz vor einem Dorff kommen sie eben an und es ist schon dunkel geworden Und die Jünger wollen dort eben übernachten und Jesus möchte aber weiterziehen.

00:12:31: Und dann fordern sie ihn auf, nein, bleib doch mit uns!

00:12:34: Und er lässt sich darauf ein.

00:12:36: Ist ja auch klar, die haben ja noch nix gecheckt.

00:12:38: Ich weiß nicht... ich habe so'n bisschen... es erinnert mich an Tage in denen man das hat hier eigentlich schon... Wenn man Kinder hat, dann passiert das nicht mehr so oft.

00:12:46: Aber im Studium hatte ich viele Tage, wo die einfach laufen.

00:12:50: Wo man jemanden trifft und mit dem einen Ausflug macht und geht.

00:12:53: Dann ist das Gespräch so gut ... Dass man von einem lokal zum anderen geht oder denkt, jetzt sind wir hier und es ist noch spät.

00:13:02: Der eine sagt, ich wollte eigentlich weitergehen.

00:13:04: Und der andere sagt, komm noch mit rein!

00:13:07: Es ist doch gerade so nett.

00:13:09: So stelle ich mir das ein bisschen vorher.

00:13:10: Die sind ja die ganze Zeit gelaufen haben da Wichtige Punkte abgehandelt und haben sich ja darüber miteinander verbunden.

00:13:18: Also es ist ja nicht nichts passiert, Es ist kein Informationsaustausch in dem Sinne aber es eine Bindung entstanden durch das Zuhören, durch das Erzählen, durchs Sprechen und auch durch das Gehen

00:13:29: Und was du da beschreibst kann ich sehr gut nachvollziehen.

00:13:32: Ich kenne das natürlich auch also vor allem mit Freundinnen Mit denen man so gute Gespräche haben können dass man sich auch nicht trennen kann.

00:13:39: und gerade im Studium also diese Zeit ist er bei mir leider auch vorbei Aber da war es einfach so schön, weil's dann nicht so ein Ende gab oder so.

00:13:47: Da dachte ich ja über Nacht doch noch bei mir oder im Studentenwohnheim wo man eh so nah beieinander sitzt das dann keine Ahnung mehr noch so lange redet bis man wirklich so hier in zwanzig Uhr wir müssen morgen leider echt früh aufstehen und dann so okay nach so zusammen Zähne geputzt dass man nicht aufführen konnte miteinander zu reden.

00:14:04: Und das genau ist... Das Bedürfnis nach Ewigkeit.

00:14:08: Wenn man denkt, was jetzt hier ist ... Diese Bindung, diese Präsenz das wir haben, darf nicht aufhören und es wird aufhörn, wenn wir die Augen zu machen oder uns verabschieden oder woanders hingehen.

00:14:18: Genau das ist hier an.

00:14:20: Also Jesus deutet schon an dass er weiterzieht weil klar ist, dass diese Vereinigung so nicht weiter sein kann für uns.

00:14:27: Und sie halten ihn aber noch zurück und sagen Bleibt doch noch

00:14:31: ein bisschen.

00:14:32: Also Sie wissen das ja noch nicht, auf der Erzählebene.

00:14:38: Aber wir wissen es schon und da ist auch wieder... Es ist sozusagen eigentlich angedeutet, die sind auf dem Weg.

00:14:44: Es gibt Bewegung, es gibt auch Verbindung über die Bewegungen und sie treffen sich an einem Punkt jetzt und dann was passiert?

00:14:52: Ja, was passiert also?

00:14:54: sie essen gemeinsam in einem Haus brach das Brot in Stücke und gab es ihn.

00:15:04: Okay, da fällt es ihnen wie Schuppen von den Augen so bei diesem Ritual, dass sie hier von Jesus kennen und genau in diesen Moment verschwindet Jesus.

00:15:14: Ja also er macht was die kennen, was sie immer zusammen gemacht hat.

00:15:20: Das letzte Arme bevor er stirbt setzt er ja so ein mit denselben Worten und mit genau dem.

00:15:26: und auch wieder ist kein Informationsaustausch in dem Sinne, sondern er macht was wiederholtes.

00:15:30: Er macht was eigentlich schon längst bekannt ist.

00:15:33: Das ist keine neue Information die dazu kommt, sondern ... er verbindet jetzt darin.

00:15:39: was also in dieser symbolischen Handlung oder in diesem gemeinsamen Essen wird denen plötzlich klar?

00:15:45: na klar das muss der sein.

00:15:48: so und bevor sie es noch aussprechen können ist er schon weg entzieht er sich ist er weitergezogen.

00:15:57: Genau das besprechen die beiden dann wieder.

00:15:59: Also es folgt genau der Logik in dieser Geschichte, die wir gerade besprochen haben und zwar sagen die Barante unser Herz nicht vor Begeisterung als er uns unterwegs mit uns redete und uns die heilige Schrift erklärte.

00:16:12: Und dann entscheiden sie sich eben nach Jerusalem zu gehen.

00:16:15: Die rennen da ganz schnell hin um eben mit den anderen Jüngern wieder zu reden.

00:16:20: Die haben jetzt dasselbe Bedürfnis, was die Frauen auch schon hatten.

00:16:23: Sie haben es erlebt und sie haben es erkannt.

00:16:24: Sie wollen uns weiter erzählen.

00:16:26: Und sie fragen sich aber schon im Nachhinein, wie sagen wir das denn die ganze Zeit nicht?

00:16:30: Der hat doch mit uns geredet!

00:16:31: Wir waren da... Warum haben wir das dann erst jetzt

00:16:35: gecheckt?!

00:16:35: ... was man vielleicht kennt, dass man... Also wie ich vorhin schon beschrieben habe manchmal ist das ja bei Menschen so.

00:16:42: Oder auch bei einer Erkenntnis also für siebenundzwanzig Mal lese ich dieselbe Sache und check es nicht.

00:16:47: Und beim achtenzwanzigsten mal, warum auch immer?

00:16:50: Weil irgendwie er mir das nochmal neu erklärt hat oder weil ich gerade in einer anderen Geisteshaltung bin, checke ich's plötzlich.

00:16:57: Sondern frage ich mich ja, warum hab' ich das denn eigentlich die sieben und zwanzig Male vorher nicht gecheckt?

00:17:01: Was denn anders gewesen?

00:17:02: Ich hab mir das durchgelesen, ich hab's angeguckt, ich habs versucht zu verstehen.

00:17:05: Das hat nicht funktioniert!

00:17:06: Und hier jetzt auch, also die machen sich auf wirklich eine lange Glaubensreise.

00:17:12: Die stellen sich dem irgendwie in der Bewegung ja und dann gibt es diesen einen Moment und dann denken sie okay und dann ist die Orientierung plötzlich eine andere.

00:17:24: das Ziel ist nicht mehr Emmaus was es ja vorher war.

00:17:27: um Emmaus geht's ja gar nicht.

00:17:29: Sondern sie sind, das ist kurz vor Emma aus.

00:17:31: Sie sind kurz vor einem Ziel was sie sich ausgedacht haben damit auf dem Weg irgendwie etwas passieren kann.

00:17:37: Damit sie dann eigentlich wieder zurückrennen in ihr eigenes Leben ja?

00:17:41: Zurück rennen in Ihr eigenes leben und sagen ach so!

00:17:44: Okay jetzt verstehe ich die Zusammenhänge und sehe sie auf eine andere Art und Weise und das will ich natürlich mit der Welt teilen.

00:17:50: Und dass machen sie also.

00:17:51: sie kommen erfolgreich in Jerusalem an und treffen da auf elf andere Jünger und dann noch weitere Personen die zu ihnen gehören Und als sie da, also die kommen da gerade so an und dann rufen die denen schon entgegen.

00:18:04: Der Herr ist wirklich auferstanden.

00:18:07: er hat sich Simeon gezeigt und dann berichten die eben auch was den passiert ist und damit endet die Geschichte

00:18:15: Genau.

00:18:16: aber es gibt ja noch eine Erzählung.

00:18:18: Also das ist eigentlich wieder dieselbe Logik.

00:18:20: Es gibt immer wieder andere Leute die sozusagen Zeitversetze nicht mitgekriegt haben und die wieder eigentlich vom Auferstandene eine Spezialbehandlung brauchen.

00:18:30: Also, nicht im negativen Sinne sondern in positiven Sätzen.

00:18:32: also wenn man es positiv werdet erzählt und die anderen erzählen ja nochmal andere Auferstehungsgeschichten wird eigentlich deutlich dass das kein Ereignis ist mit Datum und Siegel und hinterher und vorher was Diffuses ist, wo man sich in Bewegung setzen muss.

00:18:52: Dass es eine Öffnung braucht und auch eine eigene Beteiligung braucht, dass es eine Auseinandersetzung mit der Sache braucht.

00:18:57: Und das ist auch das Gegenüberbrauch den Geist wie auch immer man das nennen möchte, der sich dazu gesellt und plötzlich eine Orientierung bietet.

00:19:06: In was?

00:19:07: Was erst mal orientierungslos war.

00:19:09: Plötzlich ändert sich die Richtung.

00:19:11: Also plötzlich ist nicht mehr das selbst gesteckte Ziel Emmaus, wo ich hingehe... Sondern ich hab den auf dem Weg getroffen und plötzlich ist mir klar, dahin will ich in meinem Leben eigentlich gehen.

00:19:25: Und wieder dieses Erzählen?

00:19:28: Genau!

00:19:29: Was sich an dieser Geschichte auch interessant fand oder warum sie mich angesprochen hat als ich sie gelesen habe... Also ich zeichne mir Geschichten immer gerne als Comic auf und hier war so viel Raum.

00:19:39: also man konnte da viel machen.

00:19:42: Ja man kann sich eigentlich dazu gesälen Man kann sich dann Leben stellen, man kann mitlaufen.

00:19:48: Man kann vielleicht auch die eine oder andere Rückfrage stellen und für sich selber noch mal diese Erzählung machen.

00:19:54: Was wäre eigentlich meine Erzählungen in dem Kontext?

00:19:57: Und tatsächlich dieses erzählen was erst mal zweckfrei ist.

00:20:04: Also was nicht an die Information gebunden ist.

00:20:06: Natürlich erzählst du immer irgendwas das ist ja klar.

00:20:09: also man hat einen Gegenstand über den man spricht.

00:20:12: aber wenn ein was beschäftigt und das ist auch eine interessante Übung die man machen kann bei Menschen ja, worüber redet die?

00:20:20: Und was sagt sie mir.

00:20:22: Also ich kann ja es können mir Leute manchmal eine Geschichte erzählen und eigentlich etwas ganz anderes sagen damit.

00:20:29: Das ist hier ja auch so.

00:20:30: also ... Die erzählen... ... ihm was, was er ja schon längst weiß.

00:20:35: Und er hört zu nicht weil er von ihnen... Weil er sie abfragen will ob sie es richtig verstanden haben,... Sondern weil er offensichtlich weiß dass das den Raum braucht um zu dem Punkt zu kommen den Sie dann hinterher erreichen wollen.

00:20:46: Also wenn Verbindung sich einstellen soll Wenn sich etwas transformieren sollte oder wenn's eine Veränderung geben soll Oder vielleicht auch frei werden wollen von einer Sache Dann braucht es diesen geschützten Raum Das einer ernsthaft zuhört und das nicht wertet.

00:21:01: in erster Linie und ich sag so Das ist auch Quatsch, das muss ganz viel kürzer erzählen.

00:21:05: Was soll das?

00:21:06: Alles können wir hier nicht zum wesentlichen Punkt gehen.

00:21:07: Sondern dass es genau wie wenn man mit einer Freundin einen ganzen Tag zusammen ist... ...das was eineinander bindet die gemeinsame Erfahrung im Sprechen miteinander und vielleicht auch zusätzlich noch im Gehen miteinander.

00:21:21: Dass man dann auch merkt okay das Leben vergeht auch Wenn man sitzt merkt man das ja nicht so doll

00:21:30: Und da ist es ja auch immer schlimm sich zu trennen für den Moment Dann geht's auch wieder.

00:21:34: Aber es ist hier ja natürlich was anderes.

00:21:36: Und ich bin tatsächlich überrascht, dass diese Bibelgeschichte doch so viel jetzt mal abgesehen von Auferstehung und Jesus und den Jüngern doch soviel hat, was auch man im eigenen Leben wieder finden kann.

00:21:52: Ja weil das Christliche nie über ein anderes Leben redet sondern immer über das selbe Leben, was wir alle führen eine andere Perspektive darauf gibt.

00:22:03: Und das ist auch wirklich wichtig, also die Bibelgeschichten erzählen keine andere Welt.

00:22:07: Die erzählen nicht du musst dich selber verlassen oder sie reden über irgendwas was nicht existent ist sondern Sie beschreiben eigentlich ziemlich gut wenn man sie zulässt wie Mensch sein so sich anfühlt und ist und vielleicht auch etwas gebraucht wird und was nicht.

00:22:21: und da weben sie wie manchmal ja fast sogar unmerklich diese göttliche Ebene mit ein die dann aber doch ne Veränderung bringt.

00:22:30: Und was hat das jetzt mit Freiheit zu tun?

00:22:32: Ich würde sagen, also die Freiheitsbewegung, die hier haben ist zu sehen es geht nach dem Tod weiter.

00:22:41: Also er hatte das ja vor seinem Tod gesagt, sie erleben die Kreuzigung und Sie sind dann aber eben konfrontiert mit dem totalen Ende.

00:22:50: Ja!

00:22:51: Und diesen Moment kann man auch nicht übergehen.

00:22:55: Wenn man Trauer übergeht, wird die immer... wieder aufpoppen, egal wo man ist.

00:23:00: Also wenn man mit dem Ziel auswandert dass man seine Probleme nicht mitnimmt dann wird man sehr schnell merken, dass sie hinterher reisen und das nimmt diese Geschichte ernst.

00:23:11: Sie nimmt Ernst, dass es nicht von Tod nach Auferstehung so geht.

00:23:15: Das ist keine Wunderwaffe, das ist nicht wie ein Schalter den man umlegen kann sondern es braucht wirklich.

00:23:24: Es braucht diese menschliche Bewegung, die das auch zulassen kann oder sich da reingibt zu sagen jetzt bewege ich mich in einem Feld wo ich mich auf was einlässt, was ich mir überhaupt nicht vorstellen kann.

00:23:34: Wo ich zwischen den Tönen lese, wo ich jetzt das, was mir völlig unvorstellbar ist nämlich wie sollte es nach dem Tod von jemand anderem für mich im Leben weitergehen thematisiert und dass auf eine Weise, die nicht prosa ist, wieder nicht prosaa ist sondern die eben erzählt und die persönliche Geschichten erzählt, und die konkret wird.

00:23:57: Und die zeigt es braucht eben dieses Gegenüber.

00:24:00: Es braucht auch dieses achtsame sich zuhören und auf diese Situation einlassen.

00:24:05: Und dann vielleicht gibt's einen kleinen Moment!

00:24:11: Auch wenn man das im eigenen Leben mal reflektiert was sind eigentlich die Momente wo ich sagen würde also hier habe ich mich richtig frei gefühlt oder hier ist etwas entstanden wo ich, was mich wirklich auch nachhaltig im Leben irgendwie mir eine Orientierung bietet.

00:24:25: Dann sind es meistens eher diese kleinen Momente als ein großes Gesamtgefühl der Freiheit oder einen Zustand den ich erreichen kann, der dann immer so ist und die Befreiung zu sehen okay das Leben geht weiter Auch wenn sich mir Sachen in den Weg stellen ... mit denen ich nicht gerechnet habe.

00:24:47: Die mich traurig machen, die mich wütend machen... ...die mich verletzen und krank machen wie auch immer.

00:24:52: Und ich kann aber in Anführungszeichen... ...immer wieder daraus gehen.

00:24:57: Ich hab' die Möglichkeit, mich nach Emma auszuführen zu lassen,... ...in dem ich mich mit dieser Geschichte auseinandersetze,... ...mehr vielleicht mit anderen darüber zu unterhalten... ...und in diesem Gespräch was davon zu erleben.

00:25:09: Und selbst sehen wir jetzt,... ...es geht ja nicht um einen Für-Wahr halten!

00:25:15: Du sollst ja nicht an die Emma aus Jünger glauben oder jetzt sehr auch schwierig zu sagen, an welchen Gott glauben wir denn hier?

00:25:21: Aber das was uns hier erzählt wird ist wenn wir darüber sprechen dann stellt sich etwas zwischen uns

00:25:27: ein.

00:25:28: Ja Judith!

00:25:29: Das kann ich alles sehr gut nachvollziehen.

00:25:31: So viel steckt in der Geschichte der Emma aus jünger und noch mehr natürlich.

00:25:38: also ich fand es wieder sehr spannend.

00:25:40: Ich auch vielen Dank Clara.

00:25:42: Bis zum nächsten Mal.

00:25:43: Tschüss Tschüss!

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